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Leben von und mit dem Dauerwald

Ein Wald für Generationen

 

Seit Hunderten von Jahren wird er bewirtschaftet, der unter dem Namen Wolfersberger bekannte Hof in Sallegg im Bezirk Weiz. Auf knapp über 1000 m Seehöhe lebt hier Familie Haberl, bewirtschaftet 78 ha Waldfläche und hält Limousin-Rinder im selbstgebauten Freiluftstall in Rundholzbauweise. Bereits 2008 erhielt Vater Franz Haberl den Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft. Heute führt Sohn Valentin den Betrieb erfolgreich und weitsichtig in die Zukunft.

Der Dauerwald

Wirtschaftlich und nachhaltig

Der Dauerwald ist das Ziel in der Bewirtschaftung ihres Waldes, sind sich Franz und Valentin Haberl einig. Den Grundstein dafür setzte Vater Franz vor mittlerweile 45 Jahren. „Ich habe mich damals ganz bewusst von der schulbuchmäßigen Bewirtschaftung mit flächigen Kahlschlägen abgewandt und meinen Wald auf einzelstammweise Nutzung, also die gezielte Entnahme einzelner Bäume umgestellt,“ erklärt der mittlerweile pensionierte Waldbauer. „Mit der Zeit hat sich eine vertikale Struktur entwickelt. Es sind sogenannte Schichtungen im Wald entstanden – das kann man sich vorstellen wie Stockwerke, in denen Bäume unterschiedlicher Höhe und mit unterschiedlichem Stammdurchmesser wachsen. Damit begann die Vorstufe unseres heutigen Dauerwaldes.“

 

Die Vorteile der Dauerwaldbewirtschaftung liegen auch für Sohn Valentin klar auf der Hand: „Schaut man sich in unserem Wald um, ist vom kleinsten bis zum größten Baum alles da. Dadurch haben wir einen guten jährlichen Holzzuwachs, müssen weniger Arbeit in die Pflege stecken und können jedes Jahr gezielt Bäume ernten. Und die jungen Bäume, die überall nachkommen, sind dann für die nächste Generation.“

 

Die Entwicklung der Waldbestände in Richtung Dauerwald ist aus Sicht von Familie Haberl aber auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit, um dem Preisverfall im Forstbereich entgegenzuwirken. „Als wir die Wirtschaft 1987 übernommen haben“, erzählt Franz Haberl, „konnte man mit dem kostenfreien Erlös aus dem Forstbereich noch einiges investieren. Mittlerweile bleibt nur mehr ein Arbeitseinkommen.“ Da der Dauerwald trotz intensiver Nutzung sehr effizient bewirtschaftet werden kann, ist die Forstwirtschaft für die Familie weiterhin rentabel. Sie ist aber nur eines der wirtschaftlichen Standbeine am Wolfersberger-Hof.

 

 

Beispielhafte Waldwirtschaft

Ein bewusstes Spiel mit dem Licht

 

Der Wald der Familie Haberl zeigt, dass intensive Nutzung und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind. Ganz im Gegenteil: Für Familie Haberl ist die nachhaltige Dauerbewirtschaftung des Waldes vielmehr die Voraussetzung für dessen intensive Nutzung.

 

„Durch die vertikale Struktur im Dauerwald sind die Bestände stabiler“, erklärt Franz Haberl. „Genutzt werden überwiegend stärkere Bäume. Die schöneren Bäume werden freigestellt, damit sie eine volle Krone haben, die mindestens über die halbe Baumlänge geht. Dadurch ist auch das Wurzelsystem entsprechend groß ausgebildet und der Baum ist stabiler. Außerdem fördern wir so die Unterschicht – es fällt ausreichend Licht auf den Waldboden und ermöglicht eine natürliche Verjüngung.“

 

„Das merken wir auch positiv am Wasserhaushalt und an der Wasserspeicherfähigkeit des Waldes. Der Waldboden ist einfach gesund – die Bäume sind durch ein Netzwerk aus Pilzfäden miteinander vernetzt und das fördert die Nährstoffaufnahme.“

 

 

Der klimafitte Wald wurzelt tief

... und braucht Unterstützung

 

„Wir befinden uns in einer typischen Fichten-Tannen-Buchen-Höhenlage. In unserem Wald wachsen überwiegend Fichten, Tannen und Lärchen“, beschreibt Franz Haberl den familieneigenen Wald.

 

„Ich bin überzeugt, dass die Weiß-Tanne die Umwelteinflüsse bei uns am besten überstehen wird. Durch ihre Pfahlwurzel ist sie sturmfest und trockenresistenter, weil sie auch in tieferen Schichten Wasser aufnimmt. Außerdem ist ihre Nadelstreu besser verrottbar.“

 

Für die erfolgreiche Dauerwaldbewirtschaftung mit Fokus auf die Tanne ist jedoch – auch da sind sich Vater und Sohn einig – eine intensive jagdliche Begleitung unerlässlich. Zusätzlich helfen alternative Nahrungsangebote für das Wild, wie z.B. die Vogelbeere, den Druck auf die Nutzbaumarten zu reduzieren.

Heute für die Zukunft

Schon vor Jahren hat Franz Haberl den Betrieb an Sohn Valentin übergeben, der heute die Verantwortung für Wald und Hof trägt.

 

„Was mich besonders freut, ist, dass die weitere Entwicklung des Waldes damit fortgeführt wird. Meine Freude und Leidenschaft haben sich offenbar übertragen“, zeigt sich Franz Haberl erleichtert und ist sichtlich stolz, dass Sohn Valentin sein Lebenswerk mit klugen Entscheidungen und Weitsicht in die Zukunft führt.

 

„Einen gesunden Wald und eine gut aufgestellte Landwirtschaft, von der man leben kann – das wollen wir der nächsten Generation erhalten und weitergeben“, beschreibt Valentin Haberl diese Zukunft.

 

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